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Das Verbraucherinsolvenzverfahren

Wohlverhaltensperiode

Die Wohlverhaltensperiode ist wohl eine der wichtigsten Phasen des Verbraucherinsolvenzverfahrens. Entscheidet sich in diesem Zeitraum doch am Ende, ob das zuständige Gericht einer Restschuldbefreiung stattgeben kann oder diese versagt wird. Obwohl die Wohlverhaltensperiode erst nach dem Ende des Insolvenzverfahrens beginnt, dient als Grundlage der 6-Jahres-Frist das Datum der Antragstellung. Während dieser Zeit muss der Schuldner verschiedene Pflichten erfüllen, zu denen auch ein Abführen pfändbarer Einkommensanteile über einem Betrag von 930 Euro pro Monat gehört. Daneben sind auch zusätzliche Einkünfte, etwa aus Erbschaften, an den Treuhänder zur Hälfte weiterzureichen.

Eine weitere Grundvoraussetzung betrifft die Erwerbstätigkeit, da in der Wohlverhaltensperiode Betroffene angehalten sind, einer regelmäßigen Tätigkeit nachzugehen bzw. sich um eine Beschäftigung bemühen müssen.

Damit bleibt die Verbraucherinsolvenz in vielen Bereichen des Alltags nicht ohne Folgen: Gerade für Erwerbslose können in der Wohlverhaltensperiode ernsthafte Probleme entstehen, wenn dieser Verpflichtung nicht nachgekommen wird und zumutbare Beschäftigungen eine Ablehnung erfahren.

Die oft geäußerte Ansicht, dass in der Wohlverhaltensphase keine neuen Schulden gemacht werden dürfen, fehlt dagegen in der Insolvenzordnung die rechtliche Grundlage. Allerdings übernehmen Auskunfteien die öffentlichen Daten zur Insolvenz und schieben der Aufnahme von Krediten oder Rechnungskäufen damit in der Regel einen Riegel vor. Kommt es daneben während der Wohlverhaltensperiode zu Verstößen gegen das Insolvenzrecht, kann die Erteilung der Restschuldbefreiung versagt werden, was das gesamte Verfahren zunichtemacht.

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